Und der Oscar geht an: die Menstruation!

Ein kurzer Spaziergang durch Momente der Menstruation im Kino

Popcorn Period Menstruation Movie

Die Verleihung der Oscars in wenigen Tagen lässt mal wieder alle vom Kino sprechen. Das hat mir Lust gemacht, einen kleinen Ausflug ins Thema “Menstruation im Kino” zu machen. Blut gibt es viel zu sehen im Kino, aber Menstruationsblut ist es selten. Höchste Zeit also das Thema mal ein bisschen genauer zu beleuchten.

Beginnen wir mit einem Klassiker: Die erste Periode

Eine der berühmtesten (und traumatisierendsten) Menstruationsszenen stammt wahrscheinlich aus Brian De Palmas “Carrie – Satans jüngste Tochter” (1976), in dem die sechzehnjährige Carrie in der Schuldusche von ihrer ersten Blutung überrascht wird. Sie gerät in Panik.

Immerhin ist dieser Moment der Schlüssel, der Carries telekinetischen Fähigkeiten aktiviert.
Wäre doch auch was, wenn wir durch unsere erste Period auf einmal Superkräfte bekommen könnten, oder? Zu blöd dass wir dadurch nur Kinder zur Welt bringen können ;)

In der Neuverfilmung von Kimberly Pierce (2013) ist es Chloe Grace Moretz, die in dieses wortwörtliche Blutbad gerät. Menstruation im verstörenden Hitchcock-Stil.

 

Ganz anders geht es mit der ersten Periode in Howard Zieffs “My girl” (1991) zu. Die elfjährige Vada rennt erschreckt und laut nach ihrem Papa rufend aus dem Badezimmer. Shelly, die Angestellte ihres Vaters, nimmt sie zur Seite. “Das ist nicht fair”, sagt Vanda, nachdem Shelly ihr erklärt, was es mit dem Blut auf sich hat “mit Jungs passiert nichts.” Als ihr bester Freund Thomas J. sie wenig später zum Schwimmen abholen will, schickt sie ihn unwirsch weg. “Und komm’ erst in fünf bis sieben Tagen wieder”, ruft sie dem verdattert drein schauenden Thomas J. hinterher.

 

Scham und Schweigen rund um die Menstruation

Im Film menstruieren Frauen oft im Wasser. In “Die blaue Lagune” (1980) ist Emmeline sehr besorgt als sich bei ihrem Bad in der Lagune das Wasser um sie herum plötzlich rot färbt. Reden möchte sie darüber auf gar keinen Fall und die Scham steht ihr ins Gesicht geschrieben.

Über die Menstruation zu reden oder um Hilfe zu bitten, schon gar von einem Mann, ist erst seit kurzer Zeit kein allzu großes Tabu mehr. Doch viele von uns sind mit der Idee aufgewachsen, uns so wie Emmeline zu verhalten: Hauptsache keiner merkt, dass wir menstruieren… und falls doch würde man am liebsten im Erdboden versinken!

 

Übrigens, in der Realität ist so eine Szene ziemlich ungewöhnlich, da der Druck des Wassers ein freies Auslaufen der Menstruationsflüssigkeit eher unwahrscheinlich macht.

Doch was passiert wenn wir alle offen darüber reden?

Viel entspannter geht Isabelle in Bernardo Bertoluccis “The Dreamers” (2003) damit um, als sie mit Matthew und Théo zusammen in der Badewanne sitzt und Matthew erschreckt zusammenzuckt, als er feststellt, dass das Wasser voller Blut ist. “Das passiert jeden Monat, Dummerchen”, sagt Isabelle tiefen-entspannt.

Da über Menstruation in den letzten Jahrzehnten eher geschwiegen statt aufgeklärt wurde, startet die Hälfte der Klasse in den meisten Bildungssystemen nur mit einem blassen Schimmer darüber ins Erwachsenenleben, was es bedeutet zu menstruieren.

Doch was, wenn wirklich jede*r in unserer Gesellschaft weiß, was alles geschehen muss, damit menstruierende Personen Zugang zu den Produkten bekommen, die ihnen dabei helfen in Würde zu menstruieren?

Im Februar ist ein indischer Film ins Kino gekommen der genau diesen Fall vor Augen führt – der “Pad Man”.

 

Diese Geschichte ist übrigens wahr und ging letztes Jahr viral auf Al Jazeera.

Außerdem oft im Kino gezeigt: Die Periode als das große Einmummeln zu Hause wie zum Beispiel in “No Strings Attached” (2011). Die ganze WG – Emma, Patrice, Shira und Guy – liegt mit Wärmflaschen und Tee im Wohnzimmer herum und dann kommt ausgerechnet Adam, Emmas große Flamme. Aber – tata – die Szene wendet sich charmant als Adam Emma eine Perioden-Mix-CD schenkt: “Frank Sinatra – I’ve got the world on a string”, liest Patrice von der Hülle. “Das ist ein Klassiker”, antwortet Adam.

 

Das beste zum Schluss

Und falls du dir, so wie ich, die Wartezeit bis zu den Oscars mit ein paar großartigen Menstruationsmomenten der Kinogeschichte um die Ohren schlagen möchtest, hier ist meine rein subjektive Top Drei Liste der besten Menstruationsszenen im Kino (fast mit Oscar-Nominierung):

3- “The Runaways” (2010)

Floria Sigismondis “The Runaways” (2010): Ein Tropfen Menstruationsblut, der auf den Asphalt fällt, eröffnet den Film. Begleitet von Rockmusik machen sich die beiden Frauen erst einmal auf den Weg in eine öffentliche Toilette und stopfen sich Toilettenpapier in die Unterhose. Wer, die menstruiert, hat das nicht schon einmal selbst erlebt? Auf eine erfrischende Art ehrlich und – was für eine großartige Idee, die Menstruation als Startmoment eines Films zu nehmen.

 

2 – “Aus dem Nichts” (2017)

Fatih Akin “Aus dem Nichts” (2017): Auf ihrem Rachezug gegen die Mörder ihrer Familie ist Katja nach Griechenland gereist. Endlich kann sie selbst aktiv werden. Sie fühlt sich befreit von den schleppend langsamen Prozessen des, aus ihrer Perspektive, einfach nur ungerechten Justizsystems. Als sie vor ihrem Ferienhaus in der Sonne sitzt und über die weiteren Pläne nachdenkt, greift sie sich plötzlich in die Hose. Ihre Hand ist voller Blut. Sie menstruiert wieder. Sie ist wieder da.

Aus dem nichts Menstruation im Kino
© „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin

1 – “20th Century Women” (2016)

…wie könnten wir sie nicht als die Nummer eins in diesem Ranking führen? Mit Abstand und ohne Worte, hier der volle Clip für vollen Filmgenuss: Mike Mills “20th Century Women” (2016) – Mehr davon bitte!

 

Kennst du noch eine coole Szene die gut in diese Liste passen würde?
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