Helfen die gespendeten Ruby Cups wirklich?

So stellen wir sicher, dass unsere Spenden eine positive Langzeitwirkung haben

Buy One Give One Long Term Postive Effect

Als wir vor sechs Jahren mit Ruby Cup und unserem Buy One Give Programm begonnen haben, waren Menstruationstassen noch kein Trend. Die Schwierigkeiten, mit denen viele während ihrer Periode konfrontiert sind, und die Tatsache, dass Mädchen weltweit Schulzeit verpassen, weil sie sich keine gesunden Menstruationsprodukte leisten können, waren noch ziemlich unbekannt. Damals gab es auch noch nicht so viele Unternehmen und Organisationen, die Spendenprogramme für Menstruationsartikel auf die Beine gestellt hatten.

Seitdem ist viel passiert und wir freuen uns, dass andere Menstruationstassen-Marken sich uns angeschlossen haben und ebenfalls Buy One Give One Kampagnen machen oder Produkte spenden. Aber ein Buy One Give One Programm (oder auch “Eins für Eins”) zu starten, ist nicht so einfach, wie es vielleicht klingt, vor allem, wenn es einem wichtig ist, dass der gute Wille nicht mehr Schaden anrichtet, als er Gutes tut.

Deshalb wollen wir mit euch teilen, was aus unserer Erfahrung ein erfolgreiches Menstruationstassen-Spenden-Programm ausmacht und was bei den Ruby Cup Programmen dazu führt, dass 80-90% der Mädchen, die einen gespendeten Ruby Cup bekommen, ihn weiterhin und langfristig verwenden.

Hier erklären wir, wie wir sicherstellen, dass alle, die einen Ruby Cup bekommen ihn selbstbewusst verwenden und den Vorteil von zehn Jahren würdiger, sorgenfreier Periode voll auskosten können.

Den Grundstein legen: Ein respektvolles, hilfreiches und erfolgreiches Buy One Give One Programm entwickeln

Wir haben bei Null angefangen und uns war es wichtig, dass wir alles von Beginn an richtig machen.

Der erste Schritt war deshalb einfach zuzuhören und zu lernen. Wir haben uns in die Forschung über die Herausforderungen, die Menstruieren für Frauen in Niedrigeinkommensländern bedeuten kann, eingelesen. Wir haben den Menschen zugehört, die mit dem Problem direkt und indirekt konfrontiert waren und haben uns mit lokalen Organisationen vernetzt, einige davon zukünftige Kooperationspartner.

Und hier kommen wir schon zum zweiten Schritt: Unsere Partner. Lokale Organisationen und Ruby Cup Botschafterinnen sowie Trainerinnen vor Ort spielen eine Schlüsselrolle dabei, dass Ruby Cup Spenden Programme immer einen nachhaltigen, langfristigen Unterschied machen.

Unsere Partner und Partnerinnen vor Ort sind die Brücke zwischen uns, den Bereitstellerinnen des Produkts und den Mädchen und Frauen, die den Ruby Cup bekommen. Sie sind die Expertinnen vor Ort. Sie kennen und respektieren die Gemeinde, in der sie arbeiten und sie sind diejenigen, die ein vertrauensvolles und sicheres Umfeld für die Mädchen schaffen können, um über ihre Periode zu sprechen. Sie schaffen einen Ort ohne Vorurteile oder Tabus, in der Menstruation mit fundierten Informationen besprochen wird statt mit einer beschämenden Einstellung.

Nachhaltige Partnerschaften mit einem positiven Langzeiteffekt in den Vordergrund stellen

Im Moment führen wir Ruby Cup-Spendenprogramme mit unseren verlässlichen Partnern und Partnerinnen in Kenia, Tanzania, Uganda, Kamerun, Malawi, Benin, Ghana, Sambia und Nepal durch.

Unsere Social Impact-Direktorin Amaia Arranz, die von Nairobi aus arbeitet, hat immer den positiven Langzeiteffekt der Spenden und nachhaltige Partnerschaften im Blick.

“Was wir mit nachhaltigen Partnerschaften meinen, ist, dass wir wollen, dass unsere Verteilungen einen positiven Langzeiteffekt im Leben der Mädchen und Frauen haben, mit denen wir arbeiten. Wir stellen ein Produkt zur Verfügung, das zehn Jahre lang wiederverwendet werden kann, aber gleichzeitig bieten wir auch Bildung und Unterstützung an.

Aus unserer Erfahrung hilft es den Mädchen langfristig gute Entscheidungen für sich zu treffen, wenn sie den Ruby Cup bekommen und gleichzeitig an einem Training teilnehmen, in dem gezeigt wird, wie man Ruby Cup verwendet und auch Allgemeines über reproduktive Gesundheit besprochen wird.”

Amaia sagt auch, dass bei jeder Verteilung immer auch ein Unterstützungssystem vor Ort gibt. Das sind meistens Mentorinnen oder eine Ansprechpartnerin, die da ist, um ein sicheres Umfeld zu schaffen in der Zeit nach der Verteilung und der die Mädchen vertrauen um Fragen stellen zu können, wenn sie anfangen, Ruby Cup zu nutzen.

“Wie bei allen, die gerade beginnen eine Menstruationstasse zu verwenden (oder andere neue Sachen im Leben), braucht es Zeit, um sich daran zu gewöhnen und rauszufinden wie es funktioniert. Wie bei mir: Als ich zum ersten Mal eine Menstruationstasse verwendet habe, habe ich sie nicht mehr rausbekommen, aber ich hab dann online nachgeschaut und festgestellt: Oh, hör auf zu ziehen und fang an den Cup einzudrücken um den Unterdruck zu löen. Ich hatte das Internet als Ressource, um diese Information zu finden. Aber die Mädels, die die gespendeten Ruby Cups bekommen, haben nicht immer die gleichen Ressourcen. Was wir also sicherstellen müssen, ist, dass sie ebenfalls Zugang zur gleichen Unterstützung haben und das kommt in Form von einer Person vor Ort – eine Ruby Cup Trainerin, eine Lehrerin, ein anderes Mädchen, das Ruby Cup schon seit längerem nutzt – aber die Mädels, die einen Ruby Cup bekommen brauchen immer eine Ansprechpartnerin, die sie während der ersten Monate unterstützt, so wie wir alle Unterstützung brauchen.”

Helfen die gespendeten Ruby Cups wirklich?
Amaia, Golda von der Golden Girls Foundation und Julie.

Unsere Anforderungen an die richtige Infrastruktur vor Ort

Durch Follow-Ups, die obligatorischer Bestandteil eines jeden Ruby Cup- Programms sind, haben wir gelernt, dass die Mädchen den Ruby Cup eher weiterverwenden, wenn es verlässliche Unterstützung vor Ort gibt.

“Wenn eine Mentorin alle zwei Wochen die Schule besuchen kann, hat diese Schule tendenziell eine höhere Akzeptanz-Rate, als wenn sie dort nur alle zwei Monate vorbeischaut.”

Eine unserer Partnerorganisationen, die Golden Girls Foundation in West-Kenia, arbeitet mit einem Mentorinnen-Team, die alle selbst erfahrene Ruby Cup-Nutzerinnen sind und immer für die Mädchen erreichbar sind.

“Sie gehen in die Schulen und reden mit den Mädchen über reproduktive Gesundheit, Menstruation, Erwachsenwerden – was immer ein kniffliger Teil des Lebens ist. Und nach den Trainings verteilen sie die Menstruationstassen. Aber diese Mentorinnen werden auch nach der Verteilung für Fragen zur Verfügung stehen, sie sind Teil der Gemeinschaft. Wenn also ein Mädchen einen Zweifel hat, weiß sie, wo sie hingehen kann.”

Amaia betont, dass eine Unterstützungsstruktur vor Ort eine Bedingung für alle Ruby Cup-Partnerschaften ist und ein Grund, warum wir mit Organisationen vor Ort arbeiten. “Du kannst nicht einfach irgendwo hingehen, die Ruby Cups verteilen und dann wieder gehen, weil dann eben das nachhaltige Unterstützungsnetzwerk fehlt.”

Zur nachhaltigen Unterstützung gehört auch, sicherzustellen, dass die notwendige Infrastruktur da ist, das bedeutet, Zugang zu Wasser, um den Ruby Cup abzuspülen und ein Verständnis für die lokale Kultur.

Alle, die Teil diese Unterstützungsnetzwerk vor Ort sind bzw. die Bildungs-Workshops durchführen, müssen selbst Menstruationstassen-Nutzerinnen sein. “Du musst das, worüber du redest, auch leben”, sagt Amaia. Es macht einen riesigen Unterschied, wenn die Person, die über die Ruby Cups erzählt und den Workshop macht, an die Menstruationstasse glaubt und eigene Erfahrungen damit hat.

Warum wir die ganze Gemeinde an unserem Buy One Give One Programm beteiligen

Gemeindevorsitzende, Lehrer und Lehrerinnen, sowie Eltern sind alle soweit wie möglich in den Prozess integriert, in dem ein Ruby Cup Programm aufgebaut wird. Sie müssen mit an Bord sein und offen dafür, dass die Mädchen eine Menstruationstasse verwenden. Ohne ihr Mitmachen ist die Chance für eine positiven Langzeiteffekt enorm gering.

“Es ist total wichtig, dass die Mutter einverstanden ist, wenn ein Mädchen mit ihrem Ruby Cup nach Hause kommt. Wir haben herausgefunden, dass Programme tendenziell erfolgreicher sind, wenn die ganze Gemeinde in das Projekt, die Menstruationsgesundheit für junge Mädchen zu verbessern, involviert ist. Also beginnt die Einführung zu Ruby Cup in den meisten Gemeinschaften mit den Erwachsenen, den Männern, Vorsitzenden der Gemeinde, Ärzten, Ärztinnen, Lehrern und Lehrerinnen, etc.. Das ist wesentlich und wir haben Belege dafür, dass je mehr Unterstützung die Mädchen in ihrer eigenen Gemeinschaft finden, desto höher ist die Nutzungsrate der Ruby Cups.“

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Es ist total wichtig, dass die Mutter einverstanden ist, wenn ein Mädchen mit ihrem Ruby Cup nach Hause kommt.
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Helfen die gespendeten Ruby Cups wirklich?

Vielleicht denkst du, dass, wenn Gemeindevorsitzende oder Lehrer und Lehrerinnen das erste Mal auf unsere Programme angesprochen werden, sie erst einmal überrascht sind und es das erste Mal ist, dass sie überhaupt von einer Menstruationstasse hören. Amaia erklärt, dass das in Orten wie Nairobi kein Thema ist, in ländlichen Gegenden dagegen schon eher: “In Nairobi, wo so viele schon eine Menstruationstasse verwenden und wo wir schon seit sechs Jahren arbeiten, haben die meisten schon davon gehört. Sie sind neugierig, aber es ist nichts Neues. Aber manchmal, wenn wir in einem ländlichen Gebiet sind, haben sie noch nie eine Menstruationstasse gesehen und sind zurückhaltender, weil sie zuerst wissen wollen, ob das Produkt sicher ist.”

Die meisten wollen eine ärztliche Bestätigung sehen, sie wollen wissen, was für einen Einfluss Menstruationstassen auf Jungfräulichkeit haben und wie lange andere Frauen und Mädchen Ruby Cups schon nutzen. Dann ist es toll für uns, wenn wir ihnen einfach zeigen können, dass es genau das gleiche Produkt ist, das wir, das Team dahinter, auch benutzen und dass es ein Periodenprodukt ist, für das sich Tausende auf der ganzen Welt entschieden haben.

Amaia unterstreicht die Wichtigkeit, geduldig auf alle Fragen zu antworten und dabei absolut transparent zu sein. Wenn alle Zweifel geklärt sind, erkennen die meisten Gemeindevorsitzenden, dass es nicht darum geht, ein neues Produkt zu testen, sondern darum, einer essentiellen Notwendigkeit für die Mädchen und Frauen in ihrer Gemeinde, zu begegnen.

Auf die Frage, ob eine Zusammenarbeit je von einem oder einer Gemeindevorsitzenden abgelehnt wurde, sagt Amaia: “Das passiert nicht oft. Aber wir hatten Fälle, in denen eine Organisation aus einem westlichen Land ein Programm in einem afrikanischen Land aufbauen wollte und dann stellte sich heraus, dass das Gemeindezentrum vor Ort sagte, sie wollten das Produkt nicht. Sie wollten keine Menstruationstassen und wir akzeptieren diese Entscheidung auch. Das ist kein Problem, wir respektieren das voll und ganz und wir haben ihnen andere nachhaltige Lösungen vorgeschlagen.”

Amaia betont, dass das nicht oft passiert. “Normalerweise wird es gut aufgenommen und dementsprechend liegt die Quote der Mädchen die Ruby Cup ein Jahr, nach dem die Cups verteilt wurden, weiterhin nutzen bei 80%. Aber in Schulen, in denen die Mentorinnen öfters sind, kann diese Rate auf bis zu 90% ansteigen. Deshalb sind wir so besessen von der Unterstützung vor Ort und den Follow-Ups, weil wir wissen, dass das der Schlüssel dazu ist, dass die Mädchen glückliche Ruby Cup-Nutzerinnen sind.

Bei Ruby Cup geht es darum, die Wahl zu haben, eine Menstruationstasse zu verwenden

Nach jedem Ruby Cup Programm haben die Teilnehmerinnen nach dem Bildungsworkshop zur Verwendung von Ruby Cup, die Möglichkeit eine Menstruationstasse mit nach Hause zu nehmen. Sie entscheiden für sich selbst, ob sie Ruby Cup verwenden möchten. “Es würde überhaupt nicht zu unseren Werten passen, wenn wir sagen würden: Du musst das verwenden, weil wir es mögen oder weil wir denken, es ist die beste Lösung.”

Die Buy One Give One Menstruationsbewegung – lasst das nur den Anfang sein

Vor sechs Jahren haben wir unser Buy One Give One Programm gestartet und wir glauben, der Schlüssel zu jedem erfolgreichen Programm ist es, möglichst viele Menschen mit im Boot zu haben und in das Programm einzubeziehen. Es ist wichtig, lokalen NGOs und Stimmen aus der Gemeinschaft vor Ort, Raum zu geben, ihnen gut zuzuhören und sie die Experten und Expertinnen sein zu lassen, weil sie es sind.

Es ist erstaunlich wie viel sich in sechs Jahren bewegen kann. Damals, ganz am Anfang, als wir noch ein kleine Social Start Up waren, waren Menstruationstassen noch relativ unbekannt und wenig akzeptiert.

Das erste Buy One Give One Programm für Menstruationstassen auf die Beine zu stellen, war deshalb auch nicht gerade einfach. Deshalb sind wir um so mehr begeistert und motiviert, wenn wir sehen wie jeden Tag neue Unternehmen und Organisationen sich an dieser Bewegung beteiligen und eine würdige Menstruation in den öffentlichen Blickpunkt rücken.

Das Schöne bei diesem Buy One Give One Programms ist, desto mehr mitmachen, umso besser. Wir gehen diesen Weg gemeinsam mit starken Partnern und Partnerinnen und euch allen, liebe Ruby Cup- Benutzer*innen, die einen Ruby Cup gekauft oder gespendet haben und die sich dafür entschieden haben, Menstruation für alle weltweit zu verbessern.

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übersetzt aus dem Englischen von Sarah Gorenflos

Buy one, Give one
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Leanka Sayer

Leanka’s job is to talk about periods. She is currently the Content and Community Manager at Ruby Cup, an award-winning social business that sells menstrual cups, where for every Ruby Cup you buy, you automatically donate another one to a girl in need. She advocates for period positivity and having a healthy relationship with your menstrual cycle. Leanka studied Communication Science in Vienna and has been working for Ruby Cup since February 2014 - first in Berlin, now in Barcelona.