Frauentag das ganze Jahr

Wie es ist, in Kenia für Frauen und Mädchen zu arbeiten

Seit 2015 lebt und arbeitet Ruth Asan in Nairobi. Die gebürtige Würzburgerin engagiert sich in Kenia für verschiedene soziale Projekte, unter anderem auch für Ruby Cup. Dass Menstruation ein ziemliches Tabuthema in Kenia ist, hat Ruth früh erkannt. Manche Mädchen wissen kaum Bescheid über die Vorgänge in ihrem Körper und benutzen Lumpen, Ziegenhaut oder auch Sand zum Auffangen der Regelblutung. Ruth besucht Schulen, in denen Ruby Cups verteilt werden und teilt ihre Erlebnisse und Erfahrungen in unserem Blog. Heute wollen wir mehr über sie erfahren.

8. März, Internationaler Frauentag. Was bedeutet das für dich?

Na, der Frauentag wird ja überall unterschiedlich begangen. Generell werden Frauen häufig nur in ihrer Rolle als Mütter geehrt, als diejenigen, die die nächste Generation großziehen. Da bleiben eine ganze Menge Frauen auf der Strecke. Das ist mir zu kurz gedacht. Besonders hier in Kenia ist das so, aber auch in Italien habe ich am Frauentag 8. März ähnliche Erfahrungen gemacht. Frauen sollten als Menschen etwas wert sein und nicht nur als Mütter.

Wie ist denn eigentlich der Stellenwert von Frauen in Kenia?

Es gibt hier über 40 verschiedene Stämme, und die haben teilweise komplett unterschiedliche Vorstellungen von Partnerschaft und von der Rolle der Frau. Das kann man schwer verallgemeinern. In den Städten geht es wie überall liberaler zu, aber 75 Prozent der Bevölkerung leben in Kenia eben auf dem Land. Und dort wird das Frauenbild leider häufig noch von Aberglauben und althergebrachten Werten bestimmt. Wenn eine Frau zum Beispiel ein Baby zur Welt gebracht hat, gilt sie für eine gewisse Zeit als unrein. Sie lebt dann eine ganze Weile recht isoliert mit ihrem Säugling und wird nur von anderen Frauen besucht, die ihr Essen bringen. Gleiches gilt für Frauen und Mädchen, die ihre Periode haben. Sie gelten als schmutzig und werden gemieden oder auch in der Schule dafür gehänselt. Deshalb ist es wichtig, dass es Organisationen und Social Enterprises wie Ruby Cup gibt, die dieses Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen und Aufklärungsarbeit leisten.

Du warst ja einige Male dabei, wenn die Tassen in Schulen verteilt wurden. Wie sind die Reaktionen?

Eigentlich durchweg positiv. Die Mädchen freuen sich, mit jemandem über ihre Regel sprechen zu können. Oft ist die Aufklärung über die Pubertät durch Schule und Elternhaus sehr rudimentär. Wenn Mädchen anfangen zu bluten, denken viele, sie hätten eine schlimme Krankheit und trauen sich nicht, sich jemand anzuvertrauen. Wenn wir beginnen, über das Thema Menstruation zu sprechen, ist richtig spürbar, wie sich in den Gruppen ein Knoten löst. Dann kommen nach und nach viele Fragen, und es gibt wirklich viele Missverständnisse und Halbwahrheiten zum Thema Regelblutungen. Mehrere Mädchen haben gehört, Menstruationstassen würden Gebärmutterhalskrebs auslösen, oder auch dass sie ein Sexspielzeug seien. Oft wird auch gefragt, wie man sicher sein kann, die Tasse in die richtige Körperöffnung eingeführt zu haben. Generell wissen die Mädchen meist wenig über den Zyklus und den eigenen Körper. Deswegen sind der Dialog und der Bildungsaspekt mindestens genauso wichtig wie das Verteilen der Tassen.

Ruth Asan

Warum brauchen Frauen überhaupt dringend Menstruationstassen?

Weil dadurch relativ leicht und kostengünstig schwerwiegende Probleme gelöst werden. Hört sich für uns komisch an, aber allein die Tatsache, dass Mädchen ihre Tage bekommen, kann sie krank machen oder in die Prostitution treiben. Denn Menstruationsprodukte sind im Vergleich zum Einkommen in Kenia extrem teuer. Durch selbstgemachte Binden aus Lehm, Matratzenfüllungen, Ziegenhaut oder Lumpen gelangen Bakterien in den Körper und die Mädchen und Frauen infizieren sich mit Krankheiten. Man hört auch häufiger, dass Mädchen für Binden mit Männern schlafen. Und nicht zuletzt gehen auch viele Mädchen früh von der Schule ab, weil sie während ihrer Periode nicht in die Schule gehen und wegen der vielen Fehlzeiten schlechte Noten bekommen.

Weißt du, was mit den Tassen passiert, nachdem sie verteilt wurden?

Genutzt werden sie in der Regel auf jeden Fall. Man kann natürlich nicht den Weg jeder einzelnen Tasse verfolgen, aber es gibt Analysen, die belegen, dass die Tassen lange in Gebrauch sind. Ein Mädchen hat mir erzählt, dass ihre Tante ihr die Menstruationstasse weggenommen hat und sie jetzt selbst benutzt. Das zeigt, wie dringend die Menstruationstassen benötigt werden. Und dass die Spenden von Ruby Cup ihren Zweck erfüllen.

Buy one, Give one
Probiere Ruby Cup aus - ganz unverBINDlich

Jeder Ruby Cup beinhaltet eine lebensverändernde “Buy One, Give One”-Spende und unsere 100% Geld-zurück-Garantie: Wechsle Größe oder bekomme den kompletten Einkauf zurückerstattet, ohne Diskussion.
Es ist Zeit für Veränderung!

Leanka Sayer

Leanka’s job is to talk about periods. She is currently the Content and Community Manager at Ruby Cup, an award-winning social business that sells menstrual cups, where for every Ruby Cup you buy, you automatically donate another one to a girl in need.She advocates for period positivity and having a healthy relationship with your menstrual cycle. Leanka studied Communication Science in Vienna and has been working for Ruby Cup since February 2014 - first in Berlin, now in Barcelona.