Das war mein Praktikum bei Ruby Cup in Barcelona

Eindrücke, Erfahrungen und #PeriodTalks

Praktikum bei Ruby Cup

Mein dreimonatiges Praktikum bei Ruby Cup neigt sich nun langsam dem Ende zu. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicke ich auf die vergangen Wochen und Monate zurück. Mit einem lachenden Auge deshalb, weil ich während meiner Zeit hier bei Ruby Cup nicht nur unfassbar viel lernen durfte, sondern darüber hinaus noch in einem Team gearbeitet habe, das mir sehr ans Herz gewachsen ist. Aus diesem Grund auch das weinende Auge. Mein Praktikum verging wie im Flug und ich durfte an so vielen spannenden Projekten mitarbeiten, die teilweise abgeschlossen sind, größtenteils aber weiterlaufen.

Nun ruft die Uni mich wieder zurück nach Deutschland … was würde ich darum geben bei Ruby Cup zu bleiben, um zusammen mit diesen lieben, lustigen und inspirierenden Menschen an all den großartigen Ideen weiterzuarbeiten!

Nun aber erstmal der Reihe nach. Wie bin ich eigentlich zu meinem Praktikum bei Ruby Cup gekommen?

Ruby Cup Praktikum CarolinLetztes Jahr, Sommer 2016. Meine Mitbewohnerin erzählt mir zum ersten Mal in meinem Leben von Menstruationstassen und wie positiv diese kleinen Cups, meist aus medizinischem Silikon, ihr Leben verändert haben. „Menstruationstassen…bitte was?!“, sind meine ersten Gedanken. Ich fange an zu recherchieren, Facebook, YouTube, Worldwide Web, das Thema zieht mich immer mehr in seinen Bann. Wie lästig werden mir Tampons, Binden, der unangenehme Geruch und der ganze Müll. Ich lasse mich ausführlich beraten, denn Menstruationstassen zu kaufen ist wie Schuhe kaufen, man muss wissen welche Größe, Form und Art zu einem passt, sonst drückt der Schuh – oder eben die Tasse.

Meine Entscheidung fällt schließlich auf den Ruby Cup. Eine Marke unter gefühlt hunderten, jedoch mit dem großen Unterschied, dass sie gemäß ihrem „Buy One Give One“ Programm, pro verkauftem Cup, einen an ein Mädchen in Entwicklungsländern spenden. Langfristige Betreuung und Aufklärung mit Partnern vor Ort inklusive! Viele Mädchen dort können sich keine adäquaten Menstruationsprodukte leisten und müssen auf alte, verschmutze Lappen oder Kleidung zurückgreifen. Sie trauen sich nicht mehr in die Schule und verpassen so ihre Chance auf Bildung.

Begeistert von diesem Konzept beschließe ich also, mich bei Ruby Cup für ein Praktikum, welches ich im Rahmen meines Studiums absolvieren soll, zu bewerben. Ich erhalte eine Zusage. Barcelona: „Allá voy!“, Ich komme!

Der Weg hierher war dennoch steinig. Menstruation ist nicht nur in Entwicklungsländern ein tabuisiertes Thema, auch in unseren Breitengraden spricht man(n) – schon gar nicht – und auch frau nur sehr ungern vielleicht noch mit der besten Freundin über das Thema. Was war da meine Argumentationskunst gefordert, um meine Familie und Freunde von der Sinnhaftigkeit dieses Praktikums zu überzeugen! Von der Wichtigkeit sich mit dem Thema auseinanderzusetzen! Dass Menstruation und in diesem Zuge Menstruationstassen nichts sind worüber man sich schämen muss oder nicht sprechen darf! Es betrifft ja effektiv nur die Hälfte der Menschheit… und auch die andere Hälfte tut gut daran sich ausführlichst mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Juni 2017. Jetzt bin ich hier. Drei Monate in Barcelona. Ich arbeite bei einem Unternehmen, dass nicht nur ein nachhaltiges Produkt verkauft, sondern bei dem sich alles um eine soziale Mission, die wirklich etwas bewegen kann, dreht.

Nun fragt ihr euch sicherlich was ich eigentlich den ganzen Tag so mache. Morgens fange ich damit an, mich durch die Emails zu arbeiten, da ein wesentlicher Teil meiner Aufgaben bei Ruby Cup darin besteht, mich um den Customer Service zu kümmern. Vor allem montags, nach dem Wochenende, gibt es viele Anfragen von KundInnen, die ich immer schnellstmöglich und nach bestem Gewissen beantworte. Besonders spannend wird es, wenn die Fragen über die üblichen: „Wo ist meine Bestellung?“ – Fragen hinausgehen und die KundInnen sich mit ihren Sorgen und Problemen an uns wenden. So erhalten wir zum Beispiel Emails mit Fragen, welche Cup Größe die richtige für die Person ist, oder warum der Ruby Cup manchmal nicht dicht hält oder sich verfärbt. Um solche Beratungsemails zu beantworten, ist es auch völlig in Ordnung sich genügend Zeit zu nehmen, um fundierte und verständliche Antworten geben zu können – eigene stetig steigende Lernkurve mitinbegriffen.

Darüber hinaus, darf ich im Rahmen des Sustainable Business Development Bereichs bei einigen großen Zertifizierungsprojekten mitarbeiten, welche mehr Transparenz und Klarheit für die KundInnen aber auch für das Unternehmen selbst schaffen sollen. Diese Zertifizierungsprozesse sind Lernprozesse, kosten haufenweise Zeit, teilweise auch Nerven, bis man alle nötigen Dokumente beisammenhat, aber das Endresultat lohnt sich und rechtfertigt meist den immensen Aufwand. Externe Zertifizierungen eignen sich auch dafür um direkt auf den ersten Blick zu signalisieren, dass Ruby Cup einen wirklichen Impact für KundInnen, Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern sowie für die Umwelt generiert.

Von diesen Hauptaufgaben einmal abgesehen, kommt für mich ansonsten so schnell auch keine Langeweile auf. So habe ich beispielsweise die Möglichkeit diesen Blogpost zu schreiben, bei einem FB Live Event dabei zu sein oder Übersetzungsarbeiten für die deutsche Webseite, Flyer, o.ä. zu übernehmen. Prinzipiell gilt: Kreativität und neuen Ideen sind bei Ruby Cup keine Grenzen gesetzt :-)

Praktikum bei Ruby Cup

Ende August 2017. Mein Praktikum bei Ruby Cup ist fast vorbei. Nun, was habe ich gelernt? Was kann ich in meine Tasche namens Lebenserfahrung packen und mit zurück nach Deutschland nehmen?

Menstruation ist kein Thema, dass exklusiv nur Frauen betrifft. Im Gegenteil, es betrifft uns alle. Frauen, Männer, Transgender, Kinder, jung und alt. Warum? Menstruation – das Austreten von Blut von den Schleimhäuten der Gebärmutter durch die Vagina – ist ein biologischer Prozess und du, ich, wir alle wären ohne eben diesen nicht hier. Ohne Menstruation gäbe es keine Menschen. Soll heißen, dass die Periode mit allem verbunden ist, sei es mit dem Gesundheitswesen, mit Bildung oder schlicht mit unserer Menschenwürde. Zu viele Menschen, leider vor allem oft Männer sehen diesen Fakt erst gar nicht oder negieren ihn sogar (vgl. Newsweek, 2017). Dadurch entsteht dieses tabu-umwobene Thema und Mädchen und Jungen bekommen schon von klein auf eingebläut, dass Menstruation kein Thema ist über das man redet und öffentlich schon mal gerade gar nicht.

Ich habe mir vor meiner Arbeit bei Ruby Cup noch nie Gedanken darum gemacht, dass sich Menschen, die sich beispielsweise als Transgender identifizieren ausgeschlossen fühlen können, wenn wir Menstruation zu sehr auf das “Frausein” reduzieren. Oder im Gegenzug Frauen, die, aus welchem Grund auch immer, ihre Periode nicht mehr bekommen, sich möglicherweise ebenfalls ausgegrenzt fühlen, wenn Frau nur wirklich eine Frau sein kann, wenn sie ihre Tage hat.

Über all diese Tatsachen habe ich im Vorfeld noch nie einen einzigen Gedanken verschwendet, weil ich einfach keine Ahnung hatte – Was problematisch sein kann, weil wir durch eine solche Unwissenheit, manchmal vielleicht sogar Ignoranz, die Gefühle anderer tiefgreifend verletzen können. Dabei ist es gar nicht schwer, alle Menschen zu adressieren. Manchmal müssen wir vielleicht nur noch ein zweites Mal über das was wir sagen wollen nachdenken.

Pack deine Tasche und folge deinem Traum

Hoffentlich konnte ich dich mit diesem Blogpost ermutigen, ebenfalls deine Tasche zu schultern, um sie mit vielen neuen Erfahrungen zu füllen, sei es vielleicht als PraktikantIn bei Ruby Cup oder doch lieber bei einer Weltreise oder zu was und wohin auch immer es dich in deinen Träumen verschlägt.

Ich bin so dankbar für all die Möglichkeiten, die wir heutzutage haben, um so einfach und unkompliziert in der Welt herumzureisen, all diese inspirierenden Menschen zu treffen und unvergesslichen Erfahrungen zu sammeln. Und wir sollten sie noch viel mehr nutzen!

Danke Amaia, Estela, Julie, Lara, Lasse und Leanka für die witzige und lehrreiche Zeit, die ich bei euch, bei Ruby Cup, verbringen durfte.

PS.: Wenn wir uns das nächste Mal wiedersehen, was hoffentlich bald ist, schaffe ich es dann vielleicht auch endlich meine eigene Origami Vulva zu basteln ;-)

Ruby Cup Team

 

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Es ist Zeit für Veränderung!